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Jahreskonzert 2017

Die zarte Poesie der Psalmen

 

Beim Jahreskonzert der beiden Gymnasien ASG und JKG in der katholischen Kirche St. Johannes erlebt das Publikum tiefe Spiritualität und strahlende Harmonie.

 

Ein Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 20.07.2017 von Doris Alice Caumanns

 

Dass die Psalmen der Bibel in der Musikgeschichte so zahlreich vertont worden sind – von Martin Luther über Johann Sebastian Bach bis zu Igor Strawinski und darüber hinaus – liegt am poetischen Charakter der Texte selbst. Ursprünglich als Lieder zum Psalterion vorgetragen, einem harfenähnlichen uralten Musikinstrument, sind sie selbst schon gesanglich klingende Gebete.

Ganz im Zeichen der Psalm-Vertonungen von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) steht das Jahreskonzert der beiden Leonberger Gymnasien am Dienstagabend in der voll besetzten St.-Johanneskirche. Der Komponist, von Robert Schumann einmal als „Mozart des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet, der sich ganz besonders auch mit der Wiederentdeckung Johann Sebastian Bachs einen Namen gemacht hat, begann schon sehr früh, sich musikalisch mit den Psalmen auseinanderzusetzen – ein Interesse, das ihn sein ganzes Leben hindurch begleitet hat.

 

 

Auf dem Programm der Chöre und Orchester des Albert-Schweitzer-, des Johannes-Kepler-Gymnasiums sowie der Solisten Masha Stohrer, Anja Wegner (beide Sopran) und Jo Holzwarth (Tenor) stehen unter Leitung von Petra Botsch seine Vertonung des 95. Psalms „Kommt, lasst uns anbeten“, des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit“, sowie sein Hymne op. 96 „Drei geistliche Lieder und Fuge“ für Kinderchor, gemischten Chor und Orchester.

 

 

 

Der gemeinsame rote Faden, erläutert Petra Botsch, sei das Motiv der Zuversicht und des Gottvertrauens, so dass das Konzert gerne auch als Beitrag zum 500-jährigen Reformationsjubiläum verstanden werden dürfe. Der Chor brilliert mit einem gewaltigen Stimmvolumen, welches das Publikum immer wieder sprachlos macht. Petra Botsch dirigiert mit großem Enthusiasmus, Kopf und Herz, was das Orchester mit Spielfreude und differenzierter Dynamik belohnt.

 

 

 

 

 

In der „Hymne op. 96“ hat der Kinderchor seinen großen Auftritt. Im Choral „Deines Kind’s Gebet erhöre“ verknüpfen sich inniges Gebet und anrührende Seelenkraft. Die Unterstufenchöre singen engagiert und mit strahlendem Klang.

 

 

 

 

 

Der Tenor Jo Holzwarth, der im Ensemble der „Jungen Oper Stuttgart“ mitgewirkt hat, den Konzerttourneen durch Europa und Asien geführt haben und der seit September 2016 Akademist im SWR Vokalensemble ist, zeigt in seinen Solo-Partien Präzision und eindringliche Interpretation mit Klangzauber.

 

 

 

 

 

 

 

Höhepunkt des Abends ist der Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“. Sowohl im Chor, wie auch besonders im Horn, glaubt das Publikum, den titelgebenden Hirsch tatsächlich schreien zu hören.

 

 

 

 

Masha Stohrer greift in ihrem Sopran-Solo das Motiv des Durstes auf als unerfüllte Sehnsucht nach Gott. Die charakteristische Besonderheit dieser Vertonung des 42. Psalms durch Mendelssohn Bartholdy, erläutert Petra Botsch, bestehe in der Kontrastierung von Zuversicht einerseits, bangem Zweifel auf der anderen Seite: „Warum hast du meiner vergessen?“.

 

 

 

 

 

 

 

Umjubelter Star des Abends ist Masha Stohrer, die derzeit die 9. Klasse des Johannes-Kepler-Gymnasiums besucht, im Juni 2017 mit einem ersten Bundespreis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet worden ist und bereits über ein umfangreiches Repertoire verfügt. In ihren Solo-Partien präsentiert sie sich einfühlsam und zugleich überaus versiert, was ihr spontanen Applaus einbringt. Das Sopran-Duett mit Anja Wegner „Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringt“, ist besonders anrührend. Die Musik, sagt der Kirchenvater Johannes Chrysostomus im vierten Jahrhundert, rhythmisiert die menschliche Seele: Der Rhythmus der Musik bringt den Menschen mit seinem inneren Rhythmus in heilsame Berührung.

 

 

Das Publikum wie auch Orchester, Chor und Solisten selbst erleben das in diesem außergewöhnlichen Konzert mit tiefer Spiritualität und strahlender Harmonie – so kann das Schuljahr zu Ende gehen.

 

 

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