Highlights Jahreskonzert 2012
Jahreskonzert 2012

Berührende Klangwelten bei der Mass of Joy

Chöre und Orchester der Gymnasien musizieren in der Kirche

Ein Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 20.07.2012 von Alexander Walther

 

 


Der 1958 in Bitburg geborene Ralf Grössler ist ein fantasievoller Komponist mit deutlichem Hang zu Jazz-Elementen. Dies hat sich auch bei seiner 1998 in der Alexanderkirche in Wildeshausen und danach in der englischen Partnerstadt Hertford uraufgeführten „Mass of Joy“ gezeigt. Chöre und Orchester des Albert-Schweitzer- und Johannes-Kepler-Gymnasiums haben dieses Werk nun am Dienstagabend unter der Leitung von Petra Botsch wie aus einem Guss gespielt. Die junge Mezzosopranistin Selina Janetschek gestaltete die Gesangspartien mit großer stimmlicher Sensibilität und beeindruckendem Einfühlungsvermögen. Diese Wiedergabe hinterließ einen tiefen Eindruck, da es die Dirigentin ausgezeichnet verstand, den spirituellen Charakter des Werks hervorzuheben. Dies zeigte sich gleich zu Beginn des Musikabends beim sphärenhaften Einsatz der Streicher und des Vibrafons und wiederholte sich im Final eindringlich.

 

 

Beim Kyrie fesselten die Ostinato- und Saxofon-Einsätze, wobei auch das Zusammenspiel von Streichern und Bläsern immer homogen war. Das Credo wirkte wie ein geheimnisvoller Trauermarsch und beim Sanctus regierten Paukenwirbel und Bläser. Einen besonders starken Eindruck hinterließ ferner die Meditation mit ihren Vibrafon-, Pizzicato- und Cantus-firmus-Einsätzen. Das Agnus Die überzeugte mit gregorianischen Akzenten. Und immer hatte die umsichtig agierende Dirigentin Petra Botsch ihr Ensemble fest im Griff. Zu den fünf Teilen der klassischen katholischen Messe gesellten sich dabei noch vier weitere Sätze, die alle klangfarbenreich miteinander verwoben waren.

 

 

Der fünfte Teil begeisterte als glühende Meditation über den Choral „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ im Fünfviertel und Dreivierteltakt. Das Sanctus und das Agnus Die wurden geschickt von einem Vaterunser unterbrochen. Petra Botsch achtete immer auf die Durchsichtigkeit des Klangbilds. Sie verstand es ausgezeichnet, die junge Sängerin Selina Janetschek zu führen und Kontraste gekonnt herauszuarbeiten.

 

 

Unterstützt wurde sie dabei von den Unterstufenchören des Albert-Schweitzer-Gymnasiums und des Johannes-Kepler-Gymnasiums (Einstudierung: Petra Botsch und Teresa Nar), dem Jazzchor (Einstudierung: Teresa Nar), dem Oberstufen- und Elternchor (Einstudierung: Petra Botsch) sowie dem fulminant und mit Emphase musizierenden Schulorchester in der Einstudierung von Inge und Rolf Beuchert.

 

 

Die „Mass of Joy“ wurde in Leonberg als Ralf Grösslers dritte Gospelmesse für Sopran-Solo, Chöre und Orchester vorgestellt. Gregorianische Gesänge, Jazzklänge, meditative Passagen und die barocke Form der Fuge bildeten dabei einen facettenreichen Klangkosmos. Insbesondere di e mitreißenden rhythmischen Prozesse legte Petra Botsch zusammen mit der hervorragenden Mezzosopranistin Selina Janetschek nuancenreich offen. Englisch- und deutschsprachige Zusätze ergänzten die lateinischen Messtexte. So wurde eine Komposition vermittelt, deren Klangzauber immer wieder unter die Haut ging.

 

 

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